Wanderung durch die Rabenlay

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Am Montag war wieder ein schöner Tag. Zu schön, um faul herumzuliegen. So sagte Frauchen.

Einen Tag zuvor (am 29. April) hat um unser Dorf herum die “Traumschleife Rabenlay” ihre Eröffnung gefeiert. Ein Wanderweg von insgesamt 15,5km und Schwierigkeitsgrad “mittel”.

Frauchen entschloss sich dazu, nur einen kleinen Teil zu gehen. Genau genommen, die Strecke von 5,5km. Sie packte ihre Sachen, zog mich an und los ging es.

Bonny durfte nicht mit, das wäre für sie einfach eine zu lange Strecke und Frauchen wollte nichts riskieren. Dafür hat sie dann ein riesiges Rinderohr bekommen.

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Unser Startpunkt war nur wenige Meter von unserem Haus entfernt, eigentlich nur eine Zwischenstation. Der Gonderscher Besembenner.
Dort betrachtete Frauchen die Karte und stellte fest, dass die kurze Runde, die sie eigentlich laufen wollte für uns zu unspektakulär war, weil wir sie vorher schon oft genug gelaufen sind.
Am Waldsee waren wir schon häufiger, die nachfolgende Station wäre unsere Pferdeweide gewesen (wegen des riesigen Baumes), danach wäre Nachbarsweide bekommen, wegen der Bauminsel, und die letzte Station wäre unsere zweite Weide gewesen, dort ist auch der eigentliche Start und Zielpunkt.

Also entschied DIE sich kurzerhand dazu, doch die lange Strecke zu wählen, diese aber etwas abzukürzen. So der Plan…. aber es kommt ja immer anders, als Mensch denk!

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Unser Ziel war also “Rabenlay”, 4 Kilometer, das hört sich doch Streckenmäßig okay an. Wie gesagt, so IHR Plan…(und ich werde euch quälen. Genauso, wie uns der Wanderweg gequält hat! Jawohl!)

Die erste Strecke ging über einen künstlich entstandenen Hügel, auf dem Frauchen von mir die ersten Fotos machte. Aber irgendwie sind die….verschwunden. Ansonsten blieb es erst mal unspektakulär. Felder, wohin man sah. Mittlerweile hatte sich das schöne Wetter verzogen. Es wurde dunkel und windig. Frauchen murmelte schon fluchende Worte vor sich hin.

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Etliche Meter weiter erblickte ich etwas…

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… bat Frauchen darum, davon ein Foto zu machen, damit auch Isi was davon hat.

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Diese drei Pferde gehören zu einer “Attraktion” in unserem Dorf. Es sind Kutschpferde, die Touristen durch unsere Gegend fahren und ihnen ein wenig Hunsrücker Geschichte zu zeigen. Gestern hatten sie wohl auch frei.

Wir gingen den etwas steileren Pfad weiter und Frauchen dankte den Streckenmachern für den folgenden, Knieschonenderen Abstieg.

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Und auch danach erblickte ich wieder etwas, worüber sich Isi freuen wird, wenn auch hier wieder nur aus der Entfernung.

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Ich war so aufgeregt, dass mich Frauchen an die Leine nehmen musste. Ihr wisst ja, ich spiele gerne mit Pferden. Wieso ich aber nur mit unseren eigenen Pferden spielen darf, verstehe ich nicht…

Weiter ging es dann zwischen unzähligen Rapsfeldern.

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Kurz vor dem ersten Standpunkt (endlich!), erschnüffelte ich aber etwas, und kam nicht herum, mich damit zu parfümieren.

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Wer lieber bewegte Bilder sehen möchte:

 

Die letzten Meter zu ersten Etappe.

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Bis hier hin fand Frauchen die Strecke recht öde. Ich hingegen war total beeindruckt von all den Gerüchen!
Aber auch ich musste pausieren.

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Auch Frauchen setzte sich auf dieses komische Gebilde und hatte von da aus diesen Blick:

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Diese Station war also die “Erzgrube Petrus”. Auf dem Infoschild stand geschrieben, dass sich unter dieser Unscheinbaren Bauminsel ein Erdbau aus Anno Schlagmichtot verbirgt, aus dem damals wertvolles Erz gewonnen wurde.
Ich hatte ganz andere Dinge im Kopf. Zum Beispiel das Markieren einiger Sträucher um Artgenossen zu zeigen, dass ich schon hier war.

An diesem Punkt waren wir schon 1,3km gelaufen und hatten noch 2,7km vor uns. Ihr erinnert euch: soweit IHR Plan…

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Danach folgte aber wieder…. nichts.

Feldweg, Feldweg, Nordicwalker, Feldweg, Radfahrer, Feldweg, Spaziergänger ohne Hunde (wie langweilig), Feldweg usw.

Und dann eine kleine Abwechslung –> ein Waldweg…

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Es ging also weiter, Wald, Wald, Wald. Nichts als Wald. Nichts Historisches, nichts Bewunderndes….nur Bäume… ab und zu ein kleines freches Vögelchen… Aber dann…. dann…

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TADAAAAA!
Seht ihr es? Nein? Wir auch nicht. Das einzige was ich sah, war Frauchens Verwirrung. Der weiterführende Weg war, zwischen zwei weiteren Wegen, nur annähernd zu erkennen. Ein kleines Schild an einem Baum verriet in etwa die Richtung. Blöd nur, dass dort später 3-4 Schilder hingen und Frauchen sich im Kreis drehte.

Und irgendwann…

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… war die Welt zu Ende!

Wir hatten nun also unser Ziel erreicht. Die Rabenlay.

Ich schaute mich um…

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… aber Raben habe ich keine entdeckt.
Also folgten wir den Schildern weiter.

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Ich hatte Durst und wollte schleunigst zum Bach hinunter. Aber wenn Hund sich auf Frauchen verlässt, ist Hund verlassen. Denn dieser Weg führte uns direkt hier hin:

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Na? Erkennt ihr es wieder? Richtig! Wieder der Rabenfelsen! Wir sind also einmal im Kreis gelaufen.
Da habe ich ihr dann gezeigt, wo wir lang müssen.

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Dieser Weg führte uns dann zum nächsten Stopp (pssst: Der war nur wenige Meter vom anderem Stopp entfernt!).

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Dort musste ich natürlich auch ein Erinnerungsfoto machen lassen. Die Berge im Hintergrund…
Hey Archie! Bin ich jetzt endlich ein Gipfelstürmer?? Smiley

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Bitte ignoriert die Länge meiner Zunge… ich bin selbst erschrocken!

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Mittlerweile hatten wir also 4,2 Kilometer hinter uns und ich freute mich schon auf den Rückweg. Aber nöööö! Ihr erinnert euch an Frauchens PLAN?!
DIE sieht dieses Schild und denkt: “Och, nur 600meter. Die packen wir auch noch!”. Da tröstete es mich nicht, dass es unten im Tal Wasser gab. Ich dachte, im Gegensatz zu ihr, daran, dass alles was nach unten führt, auch wieder HOCH geht… nun gut, DIE ist diejenige mit nur zwei Beinen.

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Seht ihr das, wo ich stehe? Dort wird der Weg schmaler. Rechts und Links ging es steil bergab, ohne irgendeine Absicherung. Und darum nahm mich Frauchen wieder an die Leine (ich hätte nämlich gerne die Abkürzung genommen).

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Also ging es dann 600 Meter ins Tal hinunter. Und dann… endlich!

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Seht ihr es? WASSER!!
Ich konnte es kaum erwarten dorthin zu kommen, etwas zu trinken und zu planschen! Frauchen musste mich mehrmals davon abhalten, den kürzesten Weg zu nehmen.
Aber bevor ich planschen und trinken durfte, machten wir erst noch einen kleinen Halt an der Mühlenruine.

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Von einer Mühle ist aber nichts mehr zu erkennen. Frauchen sagte, es wäre etwas gruselig, das erinnere sie an einen Film aus den 90ern. Blair Witch oder so. Interessierte mich nicht. Ich wollte endlich ins Wasser!
Aber erst noch ein Blick auf das Schild.

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Frauchen hatte nun die Wahl: 600 Meter den Berg hinauf zurück, oder 3,4 Kilometer bis zum Sonnenhof. Letzteres würde uns noch etwas vor dem Bergauf verschonen, also schlugen wir diesen Weg ein.
Für mich aber aber erst mal folgendes wichtig:

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Wer lieber bewegte Bilder sehen möchte:

 

 

Während ich planschte, inspizierte Frauchen die Gegend.

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Liebe Leser. Seit ihr noch wach? Hihi.

Mir war es auch langweilig – von Frauchen spreche ich da gar nicht erst. Die stöhnte immer noch über den Weg nach oben. ICH für meinen Teil fand ein hilfloses Stöckchen im Wasser, welches ich erst rettete und dann damit spielte.

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Wer lieber bewegliche Bilder mag, schaut sich das Video an:

 

Danach ging es wieder weiter. Weiter zur “definitiv letzten Station”.

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Zwischendurch hatten wir sehr kuriose Wegführungen…

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Da fragten wir uns: Was passiert, wenn sich da zwei Menschengruppen entgegen kommen? Immerhin geht es dort wieder etliche Meter in die Tiefe…

Frauchen schnaubte und stöhnte. Wir krachselten wieder unzählige Meter in die Höhe. Kein eingelaufener Pfad, quer durch den Wald. Frauchen fragte sich schon, ob es sinnvoll gewesen wäre, ihre Trinkflasche am Bach mit Wasser aufzufüllen.
Aber dann hatten wir endlich wieder “festen Boden” unter den Füßen und hofften auf baldige Zivilisation.

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Und dann erblickten wir endlich wieder ein Schild.

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Frauchen schwor mir, dass der Sonnenhof unsere Endstation werden würden. Sie schwor es und schwor es und schwor es immer wieder. Nur noch 2,4 Kilometer und sie würde sich am Sonnenhof niederlassen, etwas kühles trinken und unser Dogomobil kommen lassen.Sie schwor es! So IHR Plan…

Nach gefühlten dreitausend weiteren Kilometern und fünf Stunden Fußmarsch kam endlich ihre ersehnte Bank zum ausruhen. Ein anderer Wandere, der uns immer wieder begegnet war lächelte uns aufmunternd entgegen und berichtete, dass wir es bald geschafft hätten. Nur noch wenige Meter und wir wären oben. Dann würde es wieder angenehm werden.
Er machte uns den Platz frei und Frauchen ließ sich dankend darauf nieder. Auch ich machte mich auf dem kühlen Waldboden lang, drehte und streckte mich. Streckte all meine gequälten Pfoten von mir.

Frauchen schaute derweil in ihre leere Flasche und gab sich nun die Antwort auf ihre eigene Frage: Ja, sie hätte ihre Flasche am Bach auffüllen müssen.
Sie packte ihr Handy und surfte kurz im Internet. Ich drehte und streckte mich weiter.

Doch bevor sie ganz träge wird und noch das Militär anheuert, sie dort abzuholen, forderte ich sie auf, weiter zu gehen.

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Und dann entdeckte DIE den letzten Rest bergauf. Stöhnte und wollte sich am liebsten wieder auf die Erde fallen lassen.

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Noch einmal gutes Zusprechen…

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… denn auch ich war mittlerweile am Ende meiner Kräfte, kämpfte mich aber noch den Berg hinauf. Als Frauchen dann noch den riesigen Bogen des Wanderweges sah, protestierte sie lautstark. Sie packte ihr Hightach-Handy aus der Tasche, öffnete so ein Navigationsprogramm und suchte die kürzeste Route zu unserem Haus. Das Dorf sahen wir immerhin wieder.
Route geortet und los marschiert. Nun musste sie mich anfeuern, durchzuhalten. Hier, außerhalb des Waldes brannte die Sonne auf meinem schwarzen Fell. Der Asphaltierte weg war nur für SIE bequem, mir schmerzten die Pfoten.

Irgendwann kamen wir an einem eingezäunten Grundstück an.

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Eine Stillgelegte Mülldeponie. Frauchen packte wieder ihr Handy aus und schaute, ob man unser Dogomobil irgendwie dahin hätte lotsen können. Blöderweise ist diese Deponie von der Hauptstraße nicht mehr ausgeschildert. Die Wegbeschreibung hätte dann wohl wie folgt ausgesehen:

Hauptstraße immer gerade aus, bis zum Ortsausgang. Den Vorletzten Feldweg links rein. Immer gerade aus, bis du eine Eichhörnchenähnliche Wolke siehst, da rechts in den Feldweg. Am dreiundzwanzigsten Rapshalm dann wieder links, und diesem Weg folgen. Am dritten Baum stehen wir. Irgendwo an der Deponie.

Schwachsinn. Also bissen wir unsere Zähne aufeinander und weiter ging es. Frauchen hatte da im übrigen auch keine Lust mehr Fotos zu machen. Es hätte eh nur aus elendigen, halbtoten Motiven bestanden.

Irgendwann hatten wir dann wirklich wieder Zivilisation um uns herum. Aber mir war das egal. Mir war alles egal. Sogar die Boxerdame auf der anderen Straßenseite war mir egal.
Ich hatte nur noch einen Tunnelblick. Meine Gedanken bestanden nur noch aus den Wörtern: in 200 Meter links, Haus, schlafen, RUHE!
So in etwa ging es auch Frauchen. Allerdings hatte sie noch die kraft 1,5 Liter kühles Nass in einem Atemzug in sich hineinzukippen.

10 Kilometer durch Berg und Tal – 3 Stunden Pfotenweg.
Geplant waren 5 gemütliche Kilometer und 1 Stunde Pfotenweg.

So viel zu IHREM Plan! Ich werde ihre Pläne künftig immer hinterfragen und ihr einen vorwurfsvollen Blick zu werfen. Jawohl!

ein müdes Wuff,

euer Barry



4 Wuffs to “Wanderung durch die Rabenlay”

  1. Isi sagt:

    Hi Barry,
    da hat deine Zweibeinerin wohl nicht wirklich gut geplant?! Menno, ist das ein Pensum, DAS hätten wir gar nicht geschafft 🙂
    Logo bist du jetzt ein Gipfelstürmer, und gut posiert hast du auch! Ich finde deine Zunge bei diesem Pensum und DER Hitze nicht zu lang.
    Jedenfalls habt ihr schöne Fotos mitgebracht und meine Anerkennung habt ihr auch!
    Liebes Wuffi Isi

    • Barry sagt:

      Huhu Isi,

      also, nach fast einem Jahr, das ich schon hier lebe, habe ich eins gelernt: Bei Frauchen läuft nie alles nach Plan. Nie!

  2. Und erstens kommt es anders, …
    Da habt ihr ja ein ordentliches Pensum absolviert!! Die Zunge ist einfach klasse ! (Ich kann sowas doch nicht ignorieren :))
    Da hättet ihr die letzten 5 km doch locker auch noch geschafft *gg*.
    LG, Enya

    • Barry sagt:

      Huhu Enya,

      oh glaub nur, Frauchen hatte es im Hinterkopf… und sie wäre sie wohl auch marschiert, wäre ihr Gesöff nicht vorzeitig leer geworden.
      Ich hingegen war sehr froh, als wir daheim angekommen waren!

      Aber das soll ja nur der Anfang gewesen sein, habe ich verlauten hören. Es liegen ja noch ein paar Wanderwege vor uns, und die sollen ähnlich, bis schwieriger werden! Nööööööööö!

      Liebes Wuff,
      der Barry

This entry was posted on 3. Mai 2012 and is filed under Allgemein. Written by: . You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.