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Bonny goes to MRT

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Am vergangenen Dienstag freute ich mich wieder auf einen Tag mit Frauchen alleine.

Hätte ich da gewusst, was sie mit mir vor hat, wäre ich sicherlich nicht aus dem Auto gestiegen!
Es ist ja allgemein bekannt, dass ich Tierärzte und Kliniken HASSE!
Frauchen aber faselte was von “das muss sein” und “wir wollen doch wissen was genau los ist” – bla bla bla! Ist mir doch egal! Ich mag die Weißkittel einfach nicht. So!
Und dann diese ewige Warterei in dem Raum, in dem es nur so von Nervosität roch! Ganz zu schweigen von all den Kumpels die mit Kragen und Verbänden heraus geführt oder gar getragen wurden.
Aber DIE muss ja wieder wildfremde Hände an mir rumfummeln lassen.

Nach einer Stunde des Wartens….

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… wurden wir dann endlich aufgerufen. Ich allerdings versuchte mit meiner ganzen Kraft irgendwie den Ausgang zu erreichen. Aber auf diesen verflixten Kacheln habe ich einfach keinen Halt gefunden, so dass SIE letztlich gewonnen hat.
Im Raum angekommen wurde die Tür schnell zu gemacht. Ich habe durch mein gekonntes Wolfsgeheule versucht, irgendwie da wieder raus zu kommen.
Ich bell euch, das ist wirklich der Horror da!

Und dann wurde ich auch noch auf die Seite gelegt…. BOOOOOOAH! Ich hab mich eisern geweigert! Frauchen flüsterte irgendwas von “Wenn du kooperierst hast du es schneller hinter dir”. Von wegen!

Eiskalt haben die mich wieder schlafen gelegt! Von wegen Kooperieren! PAH!

Was dann geschah weiß ich nicht mehr.  Erst als ich wieder langsam zu mir kam. Da saß ein ganz lieber Mensch an meiner Seite, der mir, als ich mich einigermaßen gefangen hatte, endlich wieder mein Geschirr anzog. Und dann hieß es nur noch: “RAUS HIER!!!!”.
Ich habe den Mann in einem Affenzahn durch die Klinik geschleift. Ich erblickte Frauchen, begrüßte sie nur flüchtig und sagte ihr: “So, wir können jetzt gehen!” und startete weiter zum Ausgang durch. Aber SCHWUUUUUPP – Widerstand. Auf was wartet die Olle denn noch????

Sie packte mich, knuddelte mich, drückte mich an sie, knutschte mich förmlich ab.
Oh warte. Draußen war es schon dunkel. Drei Stunden waren wir bis dato in der Klinik.

Die faselte wieder: “Gleich fahren wir”, “Du hast es ja hinter dir” – Achja??? Und wieso sitzen wir dann noch hier?

Klar! Auf den Herrn Doktor warten. Das dauerte aber dann etwas, weil plötzlich ein Notfall in die Klinik gebracht wurde. Der Kumpel hat es aber leider nicht mehr geschafft :-(
Seine arme Frauchens. Die saßen da und weinten. Ich versuchte sie zu trösten und ein bisschen mussten sie wegen mir dann auch Schmunzeln. Immerhin!

Dann kam endlich der Doktor. Abschlussbesprechung des Befundes und wie es zukünftig weiter geht.
Ich mag euch nicht länger auf die Folter spannen.

Wir waren in der Tierklinik in Hofheim. Eine Klinik mit einem sehr guten Ruf.
Es wurde ein MRT gemacht, um zu gucken, was genau mit meinen Knochen los ist. Wieso ich so schlecht laufe. Klar, die Röntgenbilder haben ja schon viel gesagt, aber waren eben auch nicht eindeutig. Zum Beispiel ist es ja bewiesen, dass ich an Cauda Equina leide, und dann noch diese Spondylose. Aber CE ist ja eine schmerzhafte und stetig verschlechternde Krankheit.
Ich habe aber keine Schmerzen, und mein Zustand ist mal gut und mal schlecht.
Der Doktor vermutete dann vorsichtig: Degenerative Myelopathie. Eine Krankheit, die nicht zu heilen oder gar zu verbessern ist…

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Da ist die Ursache, oder gar das Problem deutlich zu erkennen. Dort wo die Pfeile sind, sieht man weiße Flecken. Das sind die Bandscheiben. Und wie man erkennen kann, sind im Bereich des roten Kreises keine Bandscheiben mehr zu erkennen. Ein massiver Bandscheibenvorfall, bei dem sich die Bandscheiben quasi aufgelöst haben, weshalb sich eine Spondylose entwickelt hat.
Über den Wirbeln sieht man diese dicke weiße Linie. Das ist der Nervenkanal, der durch die verschobenen Bandscheiben schon erheblich eingeschränkt ist. DAS ist der Grund, wieso ich so schlecht laufe. Eine Ataxie nannte er das.

Zudem ist auch im Bereich des Cauda-Equina etwas sehr unschönes gefunden worden – was allerdings gerade nicht die Ursache ist, aber sich wohl oder übel zu einem Problem entwickeln kann oder gar wird.

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Auch dort seht ihr diese helle weiße Linie. Das ist weiterhin der Nervenkanal. Dort ist der Übergang vom letzten Lendenwirbel zum ersten “Schwanzwirbel”. Wie ihr auf dem Bild im Kreis sehen könnt, ist der Nervenkanal komplett unterbrochen. Momentan scheint es, als würden die Befehle, die dort durchlaufen, “umgeleitet” werden. Was auf einer anderen Aufnahme zu erkennen ist, ist der Linke Nervenstrang deutlich verdickt, d.h. entzündet oder tumorös, wobei der Doktor eher auf Entzündung tippt.
Das Schlimme an den ganzen Funden ist, dass ist mit 100%iger Sicherheit gesagt werden kann, dass ich nie wieder richtig laufen können werde. Mein Gangbild wird sich immer weiter verschlechtern, bis es nicht mehr geht – im wahrsten Sinne des Wortes :-(

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Ein Ausschnitt des Befundes.

Der Doktor meinte, es gäbe eine recht neue OP-Methode, gab aber ehrlich zu bedenken. Frauchen sagte aber auch sofort, dass sie die OP nicht in Erwägung ziehe. Denn die OP wäre ein etwas schwieriger Eingriff, da es bei mir schon sehr weit Fortgeschritten ist und ich schon “alt” bin. Noch dazu bestünde die Gefahr, dass das Knochenmark erheblich verletzt werden könne. Weiter wäre mit der OP nicht gewährleistet, dass ich danach wirklich besser laufen könne.

Bei einem jungen Hund wäre die OP durchaus eine Möglichkeit gewesen, aber bei mir zu risikoreich.

ICH bin froh, dass Frauchen die OP abgelehnt hat (und der Doktor diese Entscheidung absolut befürwortet hat), so bleibt mir ein weiterer Klinikstress inkl. Narkose erspart. Puuuuh! Glück gehabt.

Weitere Behandlung: Es bleib wie gehabt. Physiotherapie und Schmerz- und Entzündungslindernde Mittel, sowie “Aufbaupräparate” (Vitamine etc.).

Ich hoffe ja, dass mich der Hundegott ganz doll lieb hat und es mir noch die letzten Jahre gut GEHEN lässt :-)

Es wufft,
eure